Frank-Walter Steinmeier: Über Grenzen hinweg

SteinmeierDeutschland und Israel sind 70 Jahre nach dem Menschheitsverbrechen der Shoah einen langen Weg der Versöhnung miteinander gegangen. Seit der ersten Akkreditierung unseres deutschen Botschafters nach dem Zweiten Weltkrieg im August 1965, der von der israelischen Bevölkerung alles andere als herzlich empfangen wurde, ist ein Vertrauensverhältnis, ja sogar eine Freundschaft zwischen Deutschen und Israelis gewachsen. Weiterlesen

Into Jerusalem-DiVision of a City

Monday, March 27 at 5 PM – 7 PM

On occasion of the visit of the Human Geography of University of Hamburg, the  Willy Brandt Center brngs experts and activists together for a conversation on the history, development and current status of Jerusalem.

What can be the role of academia and civil society? What kinds of intervention make sense in these times. What form of interventions are useful today?

 

D!VERSITY: SPOKEN WORD, PHOTOGRAPHY AND VISUAL POETRY , PART 2

A YOUNG ART PROJECT TAKING PLACE IN BERLIN & JERUSALEM

(personal remarks by Cheb Kammerer)

 

“Last week I took part in a very special program, with the aim to practice art- Israelis, Palestinians and Germans together. The amount of creativity and openness was one that I rarely experience, I might even dare say it was the first time.”

(Mayan, participant in Diversity)

Since many years the Willy Brandt Center Jerusalem has engaged in international exchanges with young artists, writers and musicians. This projects take place as cooperation with other cultural associations and/or art schools in Jerusalem and abroad.
This summer, the Willy Brandt Center, together with the “Musrara School of Art Jerualem” and the Berlin based cultural association “Drei Wünsche Frei” invited young art students to work in a collaborative creative artistic processes about “Diversity”.
Young people from … we could say from Israel, from Palestine, from Germany (as well as from Russia, Poland, Mexico, Turkey and Romania). Isn’t it all about it?
But at the same time we are so much more than lockers with national flags on it.
„We are many, and I don’t know how many am I… “
This quote from Chilean writer Pablo Neruda is with me ever since I was young. Everyone I meet will become part of my memory, of my biography, of myself. In order to come to peace with myself, I have to find peace with you and give you the chance to make peace with me.
So simple, so difficult.

„Diversity“ also manifests itself in the variety of artistic expression we were working with – ranging from photography, poetry, spoken word and painting to dance and music. After a week in Berlin in August, loaded with positive energy and stunning artistic results, we met again in September in Jerusalem.
Jerusalem. Against all conventions we introduced this city not as a city of conflict, not as „the holy city “, but as a place, where we found wonderful friends. It’s not political in the way as politics are defined usually: debating, arguing, proving that I am right and you are wrong.
At the same time, everything is political, and so is art.
Art keeps alive the desire for beauty. In a time were beauty can’t protect us, each love song is cry for freedom. Let’s not surrender to a reality that is not as we want the world to be, let’s not abandon our dreams.
I see it as a great gift to have had the opportunity to guide this powerful artistic process that was started during this project.
If I look at this wonderful talented and loving people, I know there are hope and Hoffnung, Tikwa and Amal.
Thanks to everyone who made this project possible!

Willy Brandt Center Jerusalem
Center for International Encounters CIE
Support Association Willy Brandt Center Jerusalem
Drei Wünsche Frei – Studio for hybrid culture Berlin
Musrara School of Photography, Media and New Music
Supported by the europeans for peace, a programme of the Foundation EVZ (Remembrance, Responsibility and Future)


D!versity. A Performance evening at the WBC Jerusalem, September 8, 2016:

Photo by Sara Iona Yassin, Performance by Noa CB

It must be of pain,
the weight on the shoulders of the little grey rock.
No legs can guide it,
no hands can hide it,
no eyes can find it,
no mind can bind it.
It must be of eternity,
the weight on the shoulders of the little grey rock.
No afterlife is of option,
no medicine of any notion,
no abortion.
It must be of sinking ships and battled grounds,
the weight on the shoulders of the little grey rock.
no caressing affection,
no dedication,
no documentation.
It must be of no gain,
the weight on the shoulders of the little grey rock.

Poem by: Noa CB
Photo by: Sara Ioana Yassin

D!VERSITY! PHOTOGRAPHY, SPOKEN WORD AND VISUAL POETRY, Pt1

EIN JUGEND/KUNST PROJEKT IN BERLIN UND JERUSALEM

Seit vielen Jahren organisiert das WBC im Rahmen seiner „Social Art Projekte“ internationale Austauschprogramme.
In diesem Jahr haben wir 15 junge israelische, palästinensische und deutsche Künstler*innen eingeladen, um in einem gemeinsamen kreativen Prozess zum Thema Vielfalt zu arbeiten. Das Motiv der Begegnung „Diversity“ spiegelt sich in den unterschiedlichen Biographien der Teilnehmer*innen wider, und auch in der Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksformen – angefangen bei Fotografie, hin zu Poesie, Spoken Word, Malerei, Tanz und Musik.
Nach einer energiegeladenen ersten Woche im August in Berlin mit erstaunlichen Arbeiten freuen wir uns jetzt die Teilnehmer*innen aus Berlin in Jerusalem begrüßen zu dürfen – um dort anzuknüpfen, wo wir in Berlin aufgehört haben. Längst sind neue Freundschaften über trennende Konfliktlinien hinweg entstanden.

Das Projekt ist ein Koproduktion mit den “Center for International Encounters Jerusalem” und “Drei Wünsche Frei- Studio für kulturelle Praxis Berlin”.
Unterstützt im „EUROPEANS FOR PEACE“ Programm der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ).

Palestinians talking about the Holocaust

According to the explicit wish of the members of the Independence Youth Union (IYU) and as part of ongoing process, the Educational Project continues to work with the organization in their efforts to learn about the Holocaust. At the third study trip on this topic in August, some 20 young Palestinians visited the memorial site and museum on the site of the former concentration camp of Dachau. The visit was both preceded and followed by workshops discussing the specific history of Nazi Germany and the lessons and implications for today.

 

 

http://willybrandtcenter.org/wp-content/uploads/2017/01/Shoa-Education-PAL.pdf

Interview mit unserem Weltwärts Freiwilligen Paul Stier

Ende August beginnt Paul Stier aus Bad Schönborn in Baden-Württemberg seinen weltwärts-Freiwilligendienst im Willy Brandt Center Jerusalem. Ein Jahr lang wird der 18-jährige das Team des WBC unterstützen und die Arbeit in Jerusalem mitgestalten. Im Interview stellen wir unser neues Teammitglied vor.

Paul, in wenigen Tagen geht es los nach Jerusalem. Aufgeregt?

Klar. Es ist eben doch etwas ganz anderes als die Schulzeit, die ich vor kurzem beendet habe. Zum Glück. Ich bin gespannt, was da auf mich zukommt. Erfüllen sich meine Erwartungen und kann ich die Erwartungen erfüllen, die an mich gestellt werden? Jedenfalls freue ich mich riesig auf mein Leben in Jerusalem und die Arbeit im WBC.

Was hat dich motiviert, dich für das WBC zu bewerben? Was fasziniert dich an diesem Projekt?

Als ich mit 14 Jahren bei den Jusos aktiv geworden bin, habe ich durch Zufall über die Facebookseite der Jusos eine Stellenausschreibung für einen Freiwilligendienst im WBC entdeckt. Seitdem wusste ich – da will ich hin. Denn auch wenn der Nahost-Konflikt oftmals so festgefahren scheint – das WBC leistet einen wichtigen Beitrag, dass das nicht so bleibt. Junge Menschen aus Israel und Palästina auf Augenhöhe zusammenzubringen, halte ich für eine der wirksamsten Methoden, eine Annäherung herbeizuführen. Außerdem werden im WBC auch Themen wie etwa die soziale Gerechtigkeit oder die Gleichstellung aller Geschlechter beleuchtet, die oft zu wenig Aufmerksamkeit erfahren und dennoch von zentraler Bedeutung für die Menschen sind.

Du bist seit 2012 bei den Jusos aktiv und hast dort auch schon eine Diskussionsveranstaltung mit palästinensischen und mit israelischen jungen Menschen organisiert. Wie kam es dazu?

Als Juso-AG versuchen wir regelmäßige Diskussionsrunden zu veranstalten, bei denen wir aktuelle Themen aufgreifen und ReferentInnen oder persönlich Betroffene einladen. Im Sommer 2014 hat der letzte Gaza-Krieg ja auch in Deutschland eine hochpolarisierte Debatte ausgelöst. Plötzlich solidarisierten sich Millionen von Menschen auf Demonstrationen aber vor allem in den sozialen Netzwerken mit der einen oder der anderen Seite. Auch innerhalb unserer Juso-AG wurde diese Debatte geführt. Deshalb fand ich es naheliegend, die damals jüngste Eskalation des Nah-Ost-Konflikts auch in einer unserer Diskussionsrunden zu behandeln.
Letztendlich kamen als persönlich Betroffene nur Klassenkameraden eines unserer Mitglieder, die Angehörige im Gaza-Streifen hatten. Um dennoch für eine Ausgewogenheit zu sorgen und eine eventuelle Eskalation bei diesem hochemotionalen Thema zu verhindern, habe ich mir als damals 15-Jähriger die Hilfe von älteren Jusos und unserer damaligen Regio-Betreuerin geholt. So hatten wir die Situation dann gut im Griff und konnten auf einer sachlichen Ebene diskutieren. Hier habe ich gelernt, dass es sinnvoll ist, sich einzugestehen, wenn man Unterstützung braucht. Zum anderen habe ich während der Diskussion mit den Angehörigen von Betroffenen umso deutlicher gespürt, wie wichtig eine friedliche Lösung des Konflikts ist.

Was hast du sonst noch bei den Jusos gemacht?

Ich hatte das Glück, Teil der vergleichsweise großen und aktiven Juso-AG in Bad Schönborn in Baden-Württemberg zu sein. Wir sind ca. 15 bis 20 aktive JungsozialistInnen in einem ländlichen, konservativ geprägten Gemeindeverbund mit ca. 12000 EinwohnerInnen. Meine Arbeitsgemeinschaft stellt einen von 22 Gemeinderäten und hat mehr aktive Mitglieder als der SPD-Ortsverein. Das bedeutet, dass wir hauptsächlich ein kommunalpolitischer Akteur sind und Themen wie die Schaffung von öffentlichen WLAN-Hotspots, sozialer Wohnungsbau oder die Integration von Geflüchteten auf unserer Agenda stehen.

Ich war zwei Jahre lang Pressesprecher unserer Arbeitsgemeinschaft. Das bedeutet ich habe über unsere Veranstaltungen und Positionen in der Presse berichtet, habe unsere Facebookseite und Website betreut und wirkte an der Konzeption und Durchführung unserer politischen Kampagnen, der Neumitglieder-Kampagnen und der Wahlkämpfe mit. Deshalb freut es mich natürlich, dass die Betreuung der Facebookseite und der Website des WBCs unter anderem zu meine Aufgaben als Freiwilliger gehören wird.

In unserer Bildungskooperation haben wir mit HaShomer HaTzair (Junge Wächter) und der HaNoar HaOved VeHaLomed (Arbeitende und Lernende Jugend) zwei Partner, die ähnlich wie Pfadfinder, bei denen du aktiv bist, viele Sommerlager und Gruppenwanderungen veranstalten. Lässt das dein Pfadfinderherz höherschlagen?

Die Wanderstiefel sind schon im Koffer. Als Leiter einer Pfadfindergruppe in Deutschland freue ich mich natürlich, die sozialistischen Jugendbewegungen kennenzulernen, die auch Pfadfindermethoden anwenden. Ich hoffe, ich kann von dort etwas in meinen eigenen Verband hineintragen.
Obwohl es sicherlich Unterschiede zwischen meiner katholischen Organisation, der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg, und den sozialistischen und zionistischen Organisationen gibt, teilen wir dieselben Grundwerte: Solidarität, Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und Toleranz spielen eine große Rolle im Werteverständnis eineR PfadfinderIn und eineR SozialistIn.

Worauf freust du dich im kommenden Jahr am meisten?

Gerade freue ich mich einfach nur darauf, dass es jetzt endlich losgeht.

Interview geführt von Tobias Pietsch

Foto: Marcel Yilmaz

Red Lounge: „PRIDE“ von Matthew Warchus

Mittwoch, 20. Juli um 19:00

Red Lounge Movie Night anlässlich des „Jerusalem March for Pride and Tolerance“

 

„PRIDE“ von Matthew Warchus

Im von Margaret Thatcher regierten Großbritannien bildet sich im Sommer des Jahres 1984 die ungewöhnliche Allianz zweier Gruppen: Eine Schwulen- und Lesbengruppe aus London beschließt bei der Gay Pride Demo 1984, unter dem Namen „Lesben und Schwule für die Bergarbeiter“ (Lesbians and Gays Support the Miners – LGSM) Spenden für die Familien streikender Bergleute zu sammeln. Nach anfänglichen Absagen aufgrund von Vorurteilen seitens der Gewerkschaft sucht die Gruppe auf eigene Faust einen Ort, den sie unterstützen können. Das kleine walisische Bergarbeiterdorf Onllwyn lässt sich auf ein Treffen ein…

„Eine warmherzige Komödie, die weder die politischen Aspekte noch die persönlichen Probleme einer Zeit ausspart, in der Vorurteile und die Angst vor AIDS bis tief in die Familien reichten“

British Independent Film Awards
Queer Palm Award Cannes

(GB, 2014, 120 min)

Official Trailer:

Wir wollen Eure Fotos und Geschichten!

Veröffentlicht Eure Bilder und persönlichen Geschichten, die Euch mit dem WBC verbinden!

Vor 20 Jahren, am 9. April 1996 wurde die Vereinbarung zur Gründung des Willy Brandt Centers unterschrieben. Seitdem ist das WBC ein einmaliger Ort der Begegnung in Jerusalem.
Auf einem „Tumblr“ wollen wir gemeinsam mit Euch die lebendige Geschichte des WBC zurückverfolgen. Denn viele von Euch waren vor Ort, haben besondere Eindrücke gesammelt, Freundschaften entwickelt, sich politsch für uns eingesetzt. Klickt also regelmäßig auf willybrandtcenter.tumblr.com

Beteiligt Euch auch gerne! Ihr seid eingeladen, Eure Bilder und persönlichen Geschichten, die Euch mit dem WBC verbinden, zu teilen.
Schickt Eure Beiträge, Erinnerungen und Anekdoten in Form von Bildern und Texten an:
info@willybrandtcenter.org
Wir werden diese dann gerne veröffentlichen.

Red Lounge Movie Night „On the Side of the Road“

Mittwoch, 15. Juni 2016, 19 Uhr

„On the Side of the Road“

Ein Film von Lia Tarachansky.
Die Regisseurin ist anwesend.
„On the Side of the Road“ ist eine israelische Dokumentation, die sich den Ereignissen von 1948 durch persönliche Geschichten annähert und diejenigen zu Wort kommen läßt, die eine aktive Rolle gespielt haben. Der Film zeigt, daß die Geschehnisse von 1948 weiterhin ein großes Tabu in der kollektiven Identität und Erinnerung Israels darstellen. Er beschäftigt sich mit den Fragen, die Israelis nicht stellen können, mit dem Kampf, Erinnerungen zu begraben und mit der Gewalt, eine ganze Geschichte zum Schweigen zu bringen.
Die Geschichte wird von Lia Tarachansky erzählt, die in einer israelischen Siedlung tief in der Palästinensischen Westbank aufwächst. Als 2000 die 2. Intifada ausbricht, zieht ihre Familie nach Kanada. Hier triffst sie zum 1. Mal Palästinenser*innen und beschäftigt sich mit ihrer Geschichte. Als Journalistin kehrt sie zurück nach Israel und besucht auch „ihre“ Siedlung. Während sie über die israelische Besatzung berichtet, kommt sie nicht umhin, auch das Schicksal der palästinensischen Dörfer drum herum mit einzubeziehen.
Im Film trifft Lia Menschen, die eine aktive Rolle in den Ereignissen von 1948 gespielt haben, und die – wie sie selbst – damit kämpfen, was sie aus ihrem Bewußtsein verdrängt und von der Landkarte gelöscht haben. Über Jahre hinweg bemüht sich Lia, die Zeitzeugen davon zu überzeugen, sich einer der großen Fragen der israelischen Identität und ihren eigenen Erinnerungen zu stellen.

Israel/Palästina, 2013, 83 min, Hebräisch, Arabisch mit englischen Untertiteln

Red Lounge Movie Night „My Arab Friend“

Mittwoch, 18. Mai 2016, 19 Uhr

Red Lounge Movie Night zeigt:


„My Arab Friend“


Ein Film von Noga Nezer
Die Regisseurin ist anwesend.

Eine junge israelische Frau begibt sich auf eine surreale Reise in die Palästinensischen Gebiete, um ihren verschwundenen arabischen Freund zu finden.
Noga interessiert sich nicht für den Israelisch-Palästinensischen Konflikt. Sie genießt ihr bequemes liberales Leben in Tel Aviv. Dann verschwindet Fahres, Nogas palästinensischer Freund, der mit ihr in Tel Aviv lebte. So ist Noga gezwungen, sich auf eine Reise zu begeben, die surreal, beängstigend und unerwartet ist. Sie macht sich auf in Fahres‘ Heimatdorf mitten im Herzen der Westbank um herauszufinden, was mit dem Freund geschehen ist – und was er ihr bedeutet.
Es ist ein sehr aussergewöhnliches Portrait des israelisch-palästinesischen Konfliktes entstanden
Regisseurin Noga Nezer wird uns von dem Abenteuer erzählen, aus dem dieser Film entstanden ist und was sie bewegt hat, die Geschichte zu verfilmen.

My Arab Friend
Noga Nezer | Israel | 53min
Originalversion mit englischen Untertiteln

Ort: Willy Brandt Center Jerusalem, Ein Rogel 22, Jerusalem