Würdigung des WBC anlässlich des 60. Geburtstages von Frank-Walter Steinmeier

Anlässlich des 60. Geburtstages von Außenminister Frank-Walter Steinmeier lädt das Kulturforum der SPD nächste Woche zu einem  außenpolitischen und kulturellen Nachmittag ein. Die Festrede hält Kofi Annan, im Anschluss findet eine Diskussionsrunde statt. Wir freuen uns auf gute Gespräche im Rahmen des Empfangs.
Wir bedanken uns herzlichst dafür, dass anstatt Geschenken an den Außenminister um eine Spende an das Willy Brandt Center Jerusalem gebeten wird.
Dies ist eine fantastische Würdigung unserer Arbeit, in der wir uns seit 20 Jahren für Frieden und nachhaltigen Dialog einsetzen
Im Namen unserer Teams in Jerusalem und Berlin, unserer Mitarbeiter*innen und zahlreichen Unterstützer*innen gratulieren wir Frank-Walter Steinmeier zum 60. Geburtstag!

Red Lounge im WBC zeigt Can’t Be Silent – On Tour with The Refugees

Das politische Kino lebt!

Can’t Be Silent – On Tour with The Refugees
Ein Film von Julia Oelkers

20.1.2016 um 19:00

Can’t Be Silent – On Tour with The Refugees dokumentiert das engagierte Projekt von Heinz Ratz. Ein Projekt, das den Ausgestoßenen und Marginalisierten eine Stimme gibt. Ein Film, der uns auffordert hinzuschauen und hinzuhören. Die Asylpolitik der Bundesrepublik und ihre Realität.
Musiker Heinz Ratz hat 80 Asylbewerberheime in Deutschland besucht und dort Musiker von
Weltklasseformat gefunden: Sänger, Musiker, Rapper und doch Ausgeschlossene und Ab-
geschobene. Nuri (Dagestan), Jacques (Elfenbeinküste), Hosain (Afghanistan), Sam (Gambia)
und Revelino (Elfenbeinküste) haben ihr Land verlassen auf der Suche nach einer neuen
Heimat. Künstler auf der Flucht.
Musik machen können sie nach deutschem Recht nur im nächstliegenden Bezirk. Ihre Bewegungsfreiheit als Asylsuchende ist eingeschränkt. Aber sie erheben ihre Stimme.
Regisseurin Julia Oelkers begleitet „Strom & Wasser feat. The Refugees“ und dokumentiert die
einfache wie machtvolle Geste, die eigene Stimme zu erheben, Not und Verzweiflung zu
artikulieren und mitzuteilen..

Offizielle Webseite: http://www.cant-be-silent.de

Mittwoch, 20.1.2016 um 19:00
WBC Jersualem,
Ein Rogel 22
Jerusalem (Abu Tor)

Two Narratives-One Future: Jahreskonferenz 2015

Rückblick auf unsere Jahreskonferenz 2015 „Two Narratives – One Future“

 

Es waren schwierige Zeiten, als sich dieses Jahr in Jerusalem AktivistInnen und offizielle VertreterInnen aus Israel, Palästina, Deutschland und der ganzen Welt zur Jahreskonferenz des Willy Brandt Centers versammelt haben. Der Titel „Zwei Narrative – Eine Zukunft“ war dabei wichtiger als je zuvor im Jahr 2015. Der Ausbruch der Gewalt und die Terroranschläge in Israel und Palästina wurden in beiden Gesellschaften auf sehr unterschiedliche Weise wahrgenommen. Dies musste natürlich in der Agenda der Konferenz berücksichtigt werden.
Das trilaterale Organisationsteam hat viel Mühe darauf verwandt, die geplanten Workshops und Diskussionen an die aktuelle Situation anzupassen. Nach der informellen Zusammenkunft am Freitagabend im Willy Brandt Center in Jerusalem, begann der Samstag mit einer Expertenmeinung zu den Entwicklungen auf dem Tempelberg/Haram as Sharif. Danach reflektierten die Teilnehmenden, wie unterschiedlich die jüngsten Ereignisse in den israelischen und palästinensischen Medien dargestellt wurden und diskutierten Gründe dafür. Zum Ende der Konferenz wurden Workshops angeboten, die soziale Bewegungen weltweit porträtierten mit der Fragestellung, was Menschen in Israel und Palästina von diesen Bewegungen lernen können für ihren eigenen Aktivismus.

Alle Fotos von Yam Vignola



Facing the future together – 50 Jahre politischer Jugendaustausch

Rückblick auf unsere Veranstaltung: Facing the future together – mehr als 50 Jahre politischer Jugendaustausch
Der politische Jugendaustausch war Thema eines Barcamps des WBC anlässlich des 50. Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Der 74-Jährige Walter Haas war gekommen, um von den Anfängen der Jugendbegegnungen zu erzählen, die lange vor dem Botschafteraustausch lagen.
In der zweiten Hälfte der fünfziger Jahren habe in der Bildungsarbeit der Solinger Gewerkschaftsjugend die Geschichte der Arbeiterbewegung und der Einfluss von jüdischen Kollegen eine große Rolle gespielt, erinnerte sich Walter Haas. Die sozialistischen Kibbuzim und die von Fritz Naphtali entwickelte Gemeinwirtschaft, die in Israel mit seinem mächtigen Gewerkschaftsverband Histadrut in die Praxis umgesetzt wurden, hätten ihn fasziniert. „Uns schien vieles utopisch zu sein“, schilderte der aus dem Bergischen Land kommende Gewerkschafter den Ende Wunsch, nach Israel zu reisen. Doch man habe noch bis 1961 warten müssen, bis die Reise angetreten werden konnte. Es sei sehr schwierig gewesen, Visa zu bekommen. „Es gab keine direkte Verbindungen nach Israel“, erzählte Walter Haas. „Aber der Bundesstudentenring hatte die Möglichkeit, dass man mit einem Sonderzug von Köln nach Athen fahren konnten, zweieinhalb Tage.“ Weiter sei man mit einer alten DC 3 geflogen, in der es noch nicht einmal richtige Sitze gegeben habe.
In Tel Aviv hat sich die Gruppe der DBG-Jugend als erstes an die Histradrut gewandt, zu dem der DGB damals aber noch keine offiziellen Beziehungen hatte. „Wir mussten feststellen, an uns war man nicht interessiert. Innerhalb von Israel war 1961 eine ganz besondere Situation, der Eichmann-Prozess hat begonnen. Es gab in der Bevölkerung eine Mehrheit, die kein Interesse hatte, mit irgendetwas Deutschem in Kontakt zu treten.“ Letztlich habe die Gruppe um Walter Haas zwei Hauptamtliche der gewerkschaftsnahen Jugendorganisation Noar Oved gefunden, die bereit waren, mit dieser ersten Delegation der DBG-Jugend in Kontakt zu treten. „Diese beiden sind dafür sehr kritisiert worden.“
Bereits 1962 fand der erste Gegenbesuch statt, und zwar als privater Besuch. „Die Histadrut hat die Reise einer offiziellen Delegation verboten.“ Gemeinsam sei man von Solingen aus nach Berlin gefahren, wo soeben die Mauer errichten worden war, rief sich Walter Haas ins Gedächtnis. „Der Kern war gelegt für eine gegenseitige Begegnung, einen gegenseitigen Austausch“, sagte Haas, der später Bundessekretär der DGB-Jugend und DGB-Landesvorsitzender in NRW war.
In den anderen Gesprächskreisen des Barcamps, das mit Förderung des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Instituts veranstaltet wurde, ging es um jüngere Aspekte des politischen Jugendaustauschs. Eine Gruppe sprach über die Geschichte der Beziehungen zwischen den „Blauhemdorganisationen“ SJD – Die Falken, Noar Oved und Haschomer Hazair. In einer anderen Runde ging es um die wechselhafte Positionen der Jusos als linkem Richtungsverband zum Nahostkonflikt bis hin zur Gründung des WBC in 1996. Ein dritter Kreis diskutierte unter dem Motto „Facing the future together“ über die Zukunft des Austauschs zwischen deutschen, israelischen und palästinensischen Jugendlichen.

Fotos: Tobias Pietsch






Yasmin Fahimi zu Besuch im WBC

„In den Gesprächen, die ich mit Israelis und Palästinensern führte, wurde immer wieder deutlich, dass es immer weniger direkte Kontakte und eine zunehmende Entfremdung untereinander gibt“, sagte Yasmini Fahimi nach einem Besuch im Willy Brandt Center dem vorwärts. „Und daher auch wenig Vertrauen“, fügte die SPD-Generalsekretärin hinzu. „Dass sich das Willy-Brandt-Zentrum in Jerusalem, an dem die deutschen Jusos maßgeblich beteiligt sind, seit Jahren zur Aufgabe setzt, junge Menschen und Aktivisten von beiden Seiten zusammenzubringen, finde ich daher umso wichtiger.“

Fahimi war ins WBC gekommen, um mit den am Projekt „Soziale Gerechtigkeit“ Teilnehmenden zu sprechen. Sie berichtete über die aktuelle politische Lage in Deutschland und die anstehenden Projekte der SPD. Mit dem Mindestlohn sei schon viel erreicht, aber einiges bleibe zu tun. Der Wandel der Arbeitswelt zum digitalen Arbeiten 4.0 stelle Politik und Gesellschaft vor große Herausforderungen. Die geringe Wahlbeteiligung mache ihr besonders Sorgen, so Yasmin Fahimi. Inhalt des Gesprächs waren aber auch die Rolle von Jugend innerhalb von Parteien, der Friedensprozess und die Arbeit des WBCs

Ein weiter, faszinierender Blick auf die Altstadt

Die SPD-Fraktionsspitze hat das Willy Brandt Center besucht. „Für einige Gäste aus Deutschland ist es ein Wiedersehen“, berichtet Die Welt aus Jerusalem. „Der Gang auf die Terrasse aber begeistert die alten Bekannten ebenso wie diejenigen, die zum ersten Mal hier sind. Das Willy-Brandt-Center in Jerusalem bietet einen weiten, faszinierenden Blick auf die Altstadt, auf Felsendom und, auf dem Ölberg, die evangelische Himmelfahrtskirche. Thomas Oppermann ist am Mittwochmittag mit 13 seiner Kollegen zu Gast im Willy-Brandt-Center. Im Jahre 1996 hatten die Jugendorganisationen der SPD, der israelischen Arbeiterpartei und der palästinensischen Fatah einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.“ Später sei auch der Nachwuchs der Meretz-Partei hinzugestoßen, notiert Daniel Friedrich Sturm.
„Am Mittwochmittag diskutieren junge israelische und palästinensische Politiker im Willy-Brandt-Center über den Stand des Friedensprozesses – wenige Stunden nachdem aus dem Gazastreifen eine Rakete abgefeuert wurde und Israel mit der Bombardierung terroristischer Stellungen reagierte. Die Gegenwart ist also plötzlich sehr präsent, die Parlamentarier stellen kritische Fragen mit versöhnlichem Tonfall.“ → Die Welt

BarCamp 29.10.15
Facing the Future Together
50 Jahre politischer Jugendaustausch

23-24.10.2015
Jahreskonferenz
Two Narratives – One Future

23-24.10.2015

In order to cope with the upcoming societal challenges and to lay the foundation for sustainable peace, we need to produce and share innovative knowledge linking creative thinking and politics.
The team of WBC presents its current activities and invites you to take part in workshops and discussions on labor rights, natural resources, education and other current topics.

Um die bevorstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen bewältigen zu können und die Grundlage für einen dauerhaften Frieden zu legen, brauchen wir neue Ideen. Wir müssen innovatives Wissen, kreatives Denken und Politik miteinander verbinden.
Das WBC präsentiert seine aktuellen Aktivitäten und lädt euch zur Teilnahme an Workshops und Diskussionen über aktuelle Themen ein.

23.10.15 Willy Brandt Center Jerusalem

Reception (open from 4 pm) and Concert (8pm)
Empfang (ab 16:00) und Konzert (20:00)
Ein Rogel St. 22, Jerusalem (Abu Tor)

24.10.15 Tantur Ecumenical Institute

Opening und workshops throughout the day (open doors 9:00, Start 10:00)
Offizielle Zeremonie und Workshops (ab 9.00 Registrierung, 10:00 Beginn)
HaRosmarin St., Jerusalem (Beit Safafa)

Anmeldung/Registration

Thomas Oppermann: „Wir sind hier, um euch zu ermutigen, weiter zu machen“

Während seiner Reise in den Nahen Osten machte der Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, auch im Willy Brandt Center Jerusalem halt. Gemeinsam mit dem geschäftsführenden Fraktionsvorstand besuchte er das Center, um mehr über die Arbeit und die wichtigsten Projekte zu erfahren. Oppermann erklärte: „Wir sind hier, um euch zu ermutigen, weiter zu machen mit der wichtigen Arbeit, die ihr hier vor Ort erledigt“.
„Junge AktivistInnen aus den Jugendbewegungen der PartnerInnen des Willy Brandt Centers spielen eine wichtige Rolle in der regionalen Arbeit“, erfuhr die Fraktionsdelegation. Verteterinnen und Vertreter von Young Labour, Young Meretz und von Shabibeh Fatah berichteten von ihren Erfahrungen der politischen Arbeit vor Ort und beschrieben, wie wichtig der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit von friedensorientierten Kräften ist. Außerdem betonten sie die Wichtigkeit des Entwickelns eigener Strategien und Konzepte zur Vebesserung der Situation von jungen EntscheidungsträgerInnen und AktivistInnen, „denn die Zukunft der Region liegt in den Händen der Jugend“. Die VertreterInnen des WBC bedankten sich bei Thomas Oppermann, seinen StellvertreterInnen Sören Bartol, Hubertus Heil, Eva Högl, Karl Lauterbauch, Carola Reimann, Axel Schäfer und Carsten Schneider, Justiziarin Katarina Barley, den Fraktionsgeschäftsführerinnen Bärbel Bas und Dagmar Ziegler sowie Kerstin Griese und dem außenpolitischen Fraktionssprecher Niels Annen, die beide im Willy-Brandt-Zentrum e.V. aktiv sind, für die große Unterstützung.

Trauer um Egon Bahr

Das Willy Brandt Center trauert um Egon Bahr. Der enge Weggefährte Willy Brandts hat die Arbeit des WBC mit großem Interesse verfolgt und hat es im Jahr 2003 besucht. Egon Bahr war ein überzeugter Friedenspolitiker und galt als Architekt der Entspannungspolitik. Er hat das Motto „Wandel durch Annäherung“ erdacht. Nach seiner Zeit im Bundeskanzleramt wurde Egon Bahr 1974 Bundesminister für wirtschaftlich Zusammenarbeit. Das WBC hat einen großen Sozialdemokraten, Vordenker und Ratgeber verloren.