Thomas Oppermann: „Wir sind hier, um euch zu ermutigen, weiter zu machen“

Während seiner Reise in den Nahen Osten machte der Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, auch im Willy Brandt Center Jerusalem halt. Gemeinsam mit dem geschäftsführenden Fraktionsvorstand besuchte er das Center, um mehr über die Arbeit und die wichtigsten Projekte zu erfahren. Oppermann erklärte: „Wir sind hier, um euch zu ermutigen, weiter zu machen mit der wichtigen Arbeit, die ihr hier vor Ort erledigt“.
„Junge AktivistInnen aus den Jugendbewegungen der PartnerInnen des Willy Brandt Centers spielen eine wichtige Rolle in der regionalen Arbeit“, erfuhr die Fraktionsdelegation. Verteterinnen und Vertreter von Young Labour, Young Meretz und von Shabibeh Fatah berichteten von ihren Erfahrungen der politischen Arbeit vor Ort und beschrieben, wie wichtig der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit von friedensorientierten Kräften ist. Außerdem betonten sie die Wichtigkeit des Entwickelns eigener Strategien und Konzepte zur Vebesserung der Situation von jungen EntscheidungsträgerInnen und AktivistInnen, „denn die Zukunft der Region liegt in den Händen der Jugend“. Die VertreterInnen des WBC bedankten sich bei Thomas Oppermann, seinen StellvertreterInnen Sören Bartol, Hubertus Heil, Eva Högl, Karl Lauterbauch, Carola Reimann, Axel Schäfer und Carsten Schneider, Justiziarin Katarina Barley, den Fraktionsgeschäftsführerinnen Bärbel Bas und Dagmar Ziegler sowie Kerstin Griese und dem außenpolitischen Fraktionssprecher Niels Annen, die beide im Willy-Brandt-Zentrum e.V. aktiv sind, für die große Unterstützung.

Trauer um Egon Bahr

Das Willy Brandt Center trauert um Egon Bahr. Der enge Weggefährte Willy Brandts hat die Arbeit des WBC mit großem Interesse verfolgt und hat es im Jahr 2003 besucht. Egon Bahr war ein überzeugter Friedenspolitiker und galt als Architekt der Entspannungspolitik. Er hat das Motto „Wandel durch Annäherung“ erdacht. Nach seiner Zeit im Bundeskanzleramt wurde Egon Bahr 1974 Bundesminister für wirtschaftlich Zusammenarbeit. Das WBC hat einen großen Sozialdemokraten, Vordenker und Ratgeber verloren.

Im Bundestag: 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen

50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel waren das Thema einer Tagung der SPD-Fraktion, an der Tobias Pietsch als Vertreter des Willy Brandt Center (WBC) an einem Podium teilnahm. Pietsch interessierte sich als Moderator dafür, wie die deutsch-israelischen Beziehungen in den 50er und 60er Jahren entstanden sind. Er fragte, ob die Aufnahme der offiziellen Beziehungen nicht ein „reines Elitenprojekt“ gewesen sei. Die Journalistin Inge Deutschkron bestätigte, dass die Deutschen am Ende nicht mehr anders gekonnt hätten, als die diplomatischen Beziehungen aufzunehmen. „Ich kann Ihnen aber versichern, dass viele dagegen waren.“
Erste Beziehungen seien schon viele Jahre vorher aufgenommen worden, sagte Deutschkron. „Falken waren es, die als erste nach Israel reisten“, erinnerte sich die 92-Jährige. „Aber das war nicht die Masse.“

 

Rudolf Dressler betonte, dass der Jugendaustausch zwischen Israel und Deutschland so umfangreich ist, wie zwischen keinen anderen Land. „Ich bin auch ein Resultat des deutsch-israelischen Jugendaustausches“, erzählte Tobias Pietsch, der das erste Mal als Schüler nach Israel kam. Aber es gebe auch sehr beunruhige Zahlen aus Deutschland, so Pietsch, denn 58 Prozent der jungen Deutschen verneinten eine Verantwortung für die Schoa. „Die Jugend in Deutschland hat in der Mehrheit keinen biografischen Zugang zu diesem Thema“, stellte Ex-Botschafter Dressler fest.
„Brauchen wir mehr Trilateralität“ fragte Pietsch, der an das deutsch-israelisch-palästinensische WBC erinnerte und die israelisch-palästinensisch-jordanischen Studiengänge erwähnte, die Avi Primor gegründet hat. „Ich brauchte eine Gastgeberuniversität“, betonte Primor die Notwendigkeit, sich auch mal in einem anderen Land zu treffen. „Diese Universität habe ich nur in Deutschland gefunden. Alle Studenten verbringen nun ein Jahr in Düsseldorf.“

„Wir kommen an einen Zeitpunkt, an dem uns immer weniger Zeitzeugen berichten können“, sagte Tobias Pietsch. „Deshalb ist es immer wichtiger, dass die Brücken zu der heutigen jungen Generation geschlagen werden.“

Auch Niels Annen, ehemaliger Juso-Vorsitzender und Außenpolitik-Experte der SPD-Fraktion, erwähnte in der anschließenden Diskussionsrunde das WBC. „Das Willy Brandt Center ist ein Zentrum geworden, das junge Menschen zusammenbringt. Und nicht nur junge Menschen, sondern auch Politiker“, hob Annen hervor.

Die Knessetabgeordnete und ehemalige Vorsitzende der Awoda-Jugend, Michal Biran, stimmte Annen zu und erinnerte sich an ihre Erfahrungen im Rahmen des Willy Brandt Center. „Die Deutschen sind Freunde. Sie wissen wie sie kritisieren, aber sie tun es als Freunde“, lobte sie insbesondere die deutschen Jusos, die einen erheblichen Unterschied zu Jugendorganisationen aus anderen Ländern darstellen.

Changes · Life, Music & Spoken Word

Es verändert sich Einiges: Moriel ist jetzt Sprachlehrer und gleichzeitig immer noch ein Dichter, Rasha schreibt ihre Texte in Arabisch, Ami ging zurück in die USA – und Torge verlässt das Willy Brandt Center (WBC) Jerusalem. Das sind Gründe genug, zu einem Abend mit Spoken Word und Musik einzuladen und sich Gedanken über die Zukunft zu machen! Wenn wir etwas ändern könnten, wo würden Sie anfangen?

Changes YaresAmi Yares ist ein in New Jersey geborener Folkmusiker, der die ganze Welt bereist. Er hat ein Händchen für Musik, die physisch, spirituell und politisch bewegt. In den letzten sieben Jahren ist er durch über zwanzig Ländern getourt, ist dort aufgetreten und lehrt über soziales Handeln, kulturelle Identität und Musik. Rasha Nahas ist eine Liedermacherin aus Haifa. Sie lernt, tritt auf, erlebt, schreibt und erforscht.

ChangesMoriel Rothman ist Dichter, Aktivist und Schriftsteller. Er hat sich an Demonstrationen gegen Hauszerstörungen, Militarismus, Rassismus und andere Formen von Ungerechtigkeit beteiligt. Seine Gedichte wurden in Poetry Slams in New York City genauso wie auf Demonstrationen in den Hügeln südlich von Hebron vorgetragen.